Ho-Chi-Minh-Stadt. Ein Abend, eine Nacht, ein Morgen. Mehr Zeit hat der Flugplan nicht vorgesehen. Kermit und ich landen, werfen den Rucksack ins Hotelzimmer — und dann raus. Die Stadt wartet nicht.
Erster Blick: Saigon bei Sonnenuntergang

Das Hotelzimmer liegt hoch genug. Vom Fenster aus: eine breite baumgesäumte Allee, Hochhäuser, Palmen — und ein Abendhimmel der sich orangerot durch die Wolken drückt. Korea war gestern. Saigon ist jetzt. Das geht schnell hier.
Abendessen mit Losglück
Gebratener Reis mit allem was der Markt hergegeben hat — Brokkoli, Erbsen, Karotten, Kohl. Dazu: ein Stapel vietnamesischer Lotterielose, den mir jemand beim Eingang hingehalten hat. Ich kaufe ein paar. Man weiß ja nie. Ich gewinne nichts. Der Reis entschädigt.

Nguyen Hue — die Straße die nie schläft

Die Nguyen Hue Walking Street. Ein Hochhaus, jede Etage ein anderes Lokal: Fado, The Letter, Meraki Café, Michi Sushi, Downtown — alles übereinander, alles gleichzeitig beleuchtet. Darunter: Tausende Menschen. Kermit steckt im Rucksack und verpasst es. Sein Pech.
Was man nachts so trifft
Ein Mann im Froschkostüm. Grüne Luftballons, leuchtende Ballons, rote Augen — er läuft auf mich zu und ich weiß nicht ob ich lachen oder weggehen soll. Ich mache ein Foto. Kermit würde das nicht kommentieren. Ich auch nicht.


Zehn Meter weiter: ein Mops im leuchtenden Schmetterlingskostüm. Rosa, LED-bestückt, vollkommen würdevoll. Der Hund schaut mich an wie jemand der das schon tausend Mal gemacht hat. Ich schieße ein Foto und gehe weiter. Was soll man dazu sagen.
21:42 Uhr. Vier Personen auf einem Motorrad — Vater, drei Kinder, Mutter hinten drauf. Das ist kein Ausnahmefall. Das ist Saigon. Kein Helm außer beim Fahrer, Flip-Flops, gemächliches Tempo. Die Stadt hat ein anderes Verhältnis zu Verkehrsregeln als ich. Und sie funktioniert trotzdem.


Auf dem Weg zurück: eine neunstöckige Pagode, warm beleuchtet, mitten in einer Kreuzung. Davor rotes Ampellicht, davor Motorräder. Das Heilige und das Laute direkt nebeneinander — das ist Saigon in einem Bild. Ich stehe kurz still. Dann weiter.
Ein Abend reicht nicht für Saigon. Aber er reicht, um zu verstehen warum man wiederkommt.
| Zwischenstopp | 30. September 2023, eine Nacht |
| Unterkunft | Hotel im Zentrum, District 1 |
| Nguyen Hue Walking Street | Fußgängerzone im Zentrum, abends am besten — kostenlos |
| Gebratener Reis | Ca. 50.000–70.000 VND (~2 €) — überall, immer gut |
| Lotterielose | 10.000 VND pro Los — Gewinn nicht garantiert |
| Verkehr | Motorräder überall, Straße überqueren: einfach langsam gehen, sie weichen aus |
| Weiterreise | Nächster Stop: Da Lat — Bergstadt im Hochland |
| Kermit-Faktor | Hat einen großen grünen Konkurrenten auf der Nguyen Hue getroffen. War nicht amüsiert. |




