Hello Jeju — Vulkankrater, schwarze Küste und ein Bagel aus London

„Hello Jeju“ steht am Flughafen — Palmen, ein Schild, Wolken die sich nicht entscheiden können. Ich habe mich schon entschieden: Diese Insel wird gut. Kermit auch — er schaut aus dem Flugzeugfenster auf das, was unter ihm liegt, und wirkt konzentriert. Als würde er navigieren. Ich lasse ihn.

Ankunft: Hello Jeju

Busan → Jeju. Eine Stunde Flug. Kermit hat sich den Fensterplatz gesichert und schaut raus — unten: Meer, Inseln, Korea von ganz oben. Ich sitze daneben und esse Erdnüsse. Wir haben eine gute Arbeitsteilung.

Vom Flugzeug aus: eine Insel, komplett von Wasser umgeben, gezackte Küstenlinie, türkisblaues Meer. Irgendwo da unten wartet Jeju. Von hier oben sieht es aus wie etwas aus einem Reiseprospekt. Ich fange an zu verstehen, warum alle Koreaner hierherkommen.

Jeju International Airport. Draußen: Palmen. Ein Schild sagt „Hello Jeju“ — als hätte die Insel selbst die Tür aufgemacht. Ich nehme das als gutes Zeichen. Mietwagen organisiert, Koffer verstaut, Kermit auf den Beifahrersitz. Erster Stop: Kaffee.

Tom N Toms Coffee, Jeju Stadt. Kermit hat seinen Platz am Fenster gefunden — Kaffee, Cheesecake, Blick auf die belebte Kreuzung draußen. Bunte Schilder, Ampeln, der alltägliche koreanische Straßenlärm. Wir entschleunigen. Das ist unser Ritual und es funktioniert überall auf der Welt.


Tag 2: Die Insel mit dem Guide

Morgens, ein Guide holt mich ab. Koreanisch, Englisch, sehr gut gelaunt, sehr viel Wissen über die Insel. Wir verstehen uns sofort. Erste Station: die Westküste. Schwarze Lavafelsen, soweit das Auge reicht. Das ist nicht malerisch im klassischen Sinne — das ist roh. Jeju ist eine Vulkaninsel und sie versteckt das nicht.

Selfie an der Küste. Lavafelsen, Gischt, türkises Wasser. Im Hintergrund ein einsamer Felsturm der aus dem Meer ragt. Der Guide erklärt: Vulkangestein, vor Jahrmillionen erstarrt. Ich nicke. Er erzählt weiter. Ich höre zu und bin froh, dass ich nicht alleine hier stehe.

Ein Pfad entlang der Klippen — grün oben, schwarz unten, blau überall sonst. In der Ferne ein weißer Leuchtturm. Der Weg zieht sich hin, aber niemand beschwert sich. Der Guide erzählt von Haenyeo — den Taucherinnen Jejus, die seit Generationen ohne Ausrüstung auf Meeresfrüchte tauchen. Eine eigene Welt.

Der orangene Ring und Seongsan

Ein orangener Ring mitten in der Landschaft — dahinter: Meer, eine Insel, Horizont. Das ist kein Zufall, das ist Komposition. Ich stelle mich dahinter, mache ein Foto, und denke: Wer auch immer das hier aufgestellt hat, hatte einen guten Tag. Im Hintergrund: Udo, die kleine Schwesterinsel Jejus.

Oben am Krater

Oben auf dem Aussichtspunkt — wahrscheinlich Seongsan Ilchulbong, der UNESCO-Vulkankrater. Kermit sitzt auf dem Geländer und schaut auf das Grün des Kraters, dahinter das Meer. Er wirkt philosophisch. Ich bin außer Atem vom Aufstieg. Wir haben beide unsere Momente.

Selfie auf der Aussichtsplattform. Hinter mir: der grüne Kesselboden des Vulkankraters, rundherum Wände aus Fels. Das sieht nicht aus wie Korea — das sieht aus wie eine andere Welt. Der Guide sagt: klarer Tag, Glück gehabt. Ich glaube ihm.

Nochmal nah — weil der Hintergrund es verdient. Grüner Kesselboden, weiche Wolken, Meeresblau am Rand. Der Guide macht das Foto. Er hat ein gutes Auge. Oder er weiß einfach, wo man stehen muss.

Yongmeori — Klippen am Rand der Welt

Yongmeori Coast. Steile Klippen, schwarzer Sandstrand, weiße Gischt. Winzig kleine Menschen unten am Wasser — Touristen, die auf den Felsen stehen und nach oben schauen. Ich stehe oben und schaue nach unten. Wir schauen uns gegenseitig an und denken wahrscheinlich dasselbe: Das ist wirklich sehr hoch.

Mittagspause: Bibimbap

Mittagspause. Der Guide kennt ein Restaurant — kein Touristenlokal, echte Küche. Bibimbap: Reis, Gemüse, ein Spiegelei, Gochujang-Sauce. Rundherum sechs kleine Schälchen mit Beilagen, die man nicht bestellt hat und trotzdem isst. So funktioniert Korea bei Tisch. Ich frage den Guide was alles drin ist. Er lacht und sagt: alles Gute.

Nachmittag: Strand, Bagel, Sonnenuntergang

Nachmittags: ein weißer Strand, Kermit auf einem Fels, Blick aufs Meer. Er schaut weg — wie jemand der in Gedanken ist. Oder wie jemand der weiß, dass er gleich wieder in den Rucksack muss. Im Hintergrund: ein Windrad. Jeju produziert viel Windenergie. Kermit stört das nicht.

London Bagel Museum. Auf Jeju. Ziegelstein, Union Jack, „British homemade recipe“. Ich stehe davor und denke kurz nach. Dann gehe ich rein. Weil: warum nicht. Der Guide wartet draußen und grinst. Er kennt diese Reaktion von Europäern.

Drinnen: ein Bagel, ein Eiskaffee, Meerblick durch die Fensterfront. Die Tüte trägt den Aufdruck „London Bagel Museum“ — als hätte man vergessen, dass man auf einer koreanischen Vulkaninsel sitzt. Ich esse und bin vollkommen damit einverstanden. Das ist das Ritual: Kaffee und Kuchen — oder Bagel — irgendwo mit schöner Aussicht. Kermit hätte es besser nicht treffen können.

17:35 Uhr. Rückfahrt. Die Sonne verschwindet hinter Jeju-City, oranges Licht durch die Windschutzscheibe. Der Guide und ich reden noch — über Korea, über Reisen, über das, was man sieht wenn man wirklich hinschaut. Es war einer dieser Tage, die man nicht plant und trotzdem nicht vergisst.

Ein guter Guide zeigt nicht nur Orte — er zeigt, warum sie wichtig sind. Heute hat das gestimmt.


Ankunft24. September 2023, Air Busan ab Gimhae/Busan
Jeju AirportJeju International (CJU) — Mietwagen empfohlen, öffentliche Busse langsam
Seongsan IlchulbongUNESCO Weltnaturerbe — Eintritt ca. 2.000 KRW; früh morgens für Sonnenaufgang berühmt
Yongmeori CoastSandbang-san Bereich, Südwestküste — Eintritt ca. 2.000 KRW; bei Flut gesperrt
London Bagel MuseumJeju Filiale — Schlange möglich, lohnt sich; Meerblick von innen
Guide-TourSehr empfehlenswert — lokales Wissen macht den Unterschied
Tom N Toms CoffeeJeju Stadt — zuverlässig, Cheesecake gut, Kermit-kompatibel
Kermit-FaktorSehr hoch. Krater, Strand, Bagel-Museum — Kermit war überall dabei.

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