Ein Tag am Wallberg – Wandern, Aussicht und Streuselkuchen am Tegernsee

31.08.2025

Der Wallberg ist einer der klassischen Aussichtsberge des Tegernseer Tals — und an diesem letzten Augusttag hat er alles geliefert, was man sich wünschen kann: tiefblauen Himmel, kristallklare Fernsicht und diese ganz besondere Stille auf dem Gipfel.

Bereits auf dem Weg zur Bergstation der Wallbergbahn grüßt sie von weitem: die kleine Gipfelkapelle, thronend auf ihrem Grashügel mit dem Panorama der Bayerischen Alpen im Rücken. Der Kiesweg schlängelt sich den Hang hinauf, flankiert von Holzpfosten und sattgrüner Weide — einer dieser Wege, auf denen man automatisch langsamer geht.

Der Blick auf den Tegernsee

Von der Bergstation aus öffnet sich der Blick nach Norden: Der Tegernsee liegt tief eingebettet zwischen dunklen Wäldern, die Ortschaften ringsum schimmern in Rot- und Cremetönen. Bei dieser Sicht vergisst man schnell, wie weit man schon aufgestiegen ist — es wirkt wie ein Modell, das jemand liebevoll ins Tal gestellt hat.

„Der Tegernsee von oben ist ein anderes Tier als der Tegernsee am Ufer — er hat diese Gelassenheit eines Spiegels, der nichts kommentiert.“

Weiter auf den Gipfel

Wer es nicht bei der Kapelle belässt, geht weiter. Der Weg wird schmaler, der Untergrund felsiger. Die Bäume lichten sich, und plötzlich steht man auf weißen Kalksteinplatten mit freiem Blick in alle Richtungen. Nach Süden: Bergketten hinter Bergketten, das österreichische Hochgebirge in der Ferne. Im Tal darunter: ein sattgrünes Band, das sich durch den Bayrischzell-Wendelstein-Bogen zieht.

Einer der schönsten Bewohner des Berges

Oben angekommen, war man nicht allein. Ein Hund — irgendwo zwischen Husky und Wolf-Hybrid — hatte sich die exponierte Felsplattform als Aussichtsthron ausgesucht. Mit einer Selbstverständlichkeit, die man respektieren muss. Im Hintergrund kreiste ein Gleitschirm lautlos in der Thermik, das Tegernseer Becken weit darunter. Es gibt Momente, die sich nicht inszenieren lassen. Das war einer.

Einkehr am See

Nach dem Abstieg folgte das verdiente Ritual: Kaffee, Streuselkuchen und ein Holunderlimonade mit Blick auf den See. Die Terasse lag im warmen Nachmittagslicht, das Wasser zog in Richtung Rottach, ein leiser Wind bewegte die Tischwäsche. Mehr braucht man nicht.

Der Abend am Wasser

Den Tag ausklingen lassen am Ufer des Tegernsees. Die Sonne stand tief genug, um sich im Wasser zu spiegeln — ein goldenes Band, das zitterte und glänzte und sich irgendwie anfühlte wie eine Zusammenfassung des ganzen Tages. Alpin, ruhig, klar.


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