Busan von oben — und dann ins Flugzeug 🐸

Letzter Tag in Busan. Kermit sitzt am Hotelfenster, schaut auf den Haeundae Beach und das Meer — als wäre er nicht sicher, ob er wirklich schon wieder weiter will. Ich bin mir auch nicht sicher. Aber das Flugticket nach Jeju sagt: doch.

Geumgang Park — Seilbahn auf den Berg

Geumgang Park. Ein großer Stadtpark im Norden Busans — und wer nicht zu Fuß auf den Berg will, nimmt die Seilbahn. Eine alte, orangefarbene Stahlkonstruktion. Die Kabinen: gelb, mit roten Streifen, Haltegriffe wie in einem U-Bahn-Waggon aus den Siebzigern. Man steigt ein und denkt kurz: Wann wurde die zuletzt gewartet? Dann fährt sie los und man denkt: egal.

Die Kabine ist klein, die Fenster beschlagen schnell, und der Ausblick beim Aufstieg ist trotzdem atemberaubend. Busan von oben: ein Teppich aus Hochhäusern, dahinter das Meer. Die Seilbahn existiert seit 1966 — und sieht auch ungefähr so aus. Das ist kein Vorwurf. Das ist Charakter.

Oben angekommen

Oben: Felsen, Kiefern, Panorama. Busan liegt zu Füßen — Hochhäuser so weit das Auge reicht, dann Wasser. Ein einzelner Baum wächst aus dem Fels, irgendwie trotzig, irgendwie elegant. Man setzt sich auf einen Stein und schaut einfach.

Kermit bekommt seinen Moment. Er sitzt auf dem Holzgeländer, die ganze Stadt im Rücken, und schaut in die Kamera — mit diesem Gesichtsausdruck der sagt: Ich hab’s gewusst, dass Busan gut wird. Ich hab es auch gewusst. Ich hab es nur nicht laut gesagt.

Kermit auf dem Geländer, Busan zu seinen Füßen. Manche Fotos brauchen keine Erklärung.

Der Tempel im Grünen

Auf dem Weg zurück durch den Park: ein kleines Tempelgebäude, rosa Wände, schwarzes Ziegeldach. Davor ein verwilderter Garten — weiße Blüten, Feldsteine, Tonkrüge. Niemand sonst da. Kein Touristenstrom, keine Schilder in fünf Sprachen. Einfach ein Ort, der schon immer dort war und auch noch dort sein wird, wenn alle wieder weg sind.

Am Ausgang das offizielle Schild: 금강공원. Davor eine Holzbank, dahinter Blumen in Gelb und Rot. Ein guter Ort um kurz innezuhalten, bevor es zurück in die Stadt geht. Kermit wartet schon im Rucksack. Er ist geduldiger als ich.


Letzter Morgen: Kermit am Fenster

24. September, 08:18 Uhr. Kermit sitzt auf dem Fensterbrett, schaut auf den Haeundae Beach. Die Sonne blendet durchs Glas, das Meer glitzert, die Strände sind noch leer. Neben ihm: meine Wäsche. Nicht das eleganteste Reisebild, aber das ehrlichste. So sieht Reisen wirklich aus.


Abflug: Air Busan nach Jeju

Gimhae Airport. Die Air Busan Maschine steht am Gate — weiß, blau, kompakt. Kermit lugt unten aus dem Rucksack raus und begutachtet das Flugzeug. Er wirkt zufrieden. Ich auch. Busan war mehr als erwartet: drei Tage, eine Seilbahn in den Siebzigern, tausend bunte Häuser, ein Sonnenuntergang mit Katzen. Jetzt: Jeju.

13:36 Uhr. Der Flügel der Air Busan zieht seinen Schatten über Südkorea. Unten: Industriegebiete, Berge, kleine Täler. Wolken. In etwa einer Stunde landet man auf einer Vulkaninsel mitten im Meer. Kermit schläft bereits. Ich schaue aus dem Fenster und denke: So geht das.

Drei Tage Busan. Ich bin mit wenig Erwartung gekommen und mit vollem Speicher geflogen. Das ist die beste Art zu reisen.


Tag23.–24. September 2023
Geumgang Park SeilbahnCa. 6.000 KRW Hin & Rückfahrt; täglich außer montags; Gimhae Line 1, Station Oncheonjang
Seilbahn-HinweisErbaut 1966 — Charme garantiert, Nervenstärke empfohlen
Geumgang ParkKostenloser Eintritt; schön für einen ruhigen Spaziergang abseits der Touristenrouten
WeiterreiseAir Busan, Gimhae Airport (PUS) → Jeju (CJU); ca. 1 Stunde Flug
HotelHaeundae Beach — Meerblick lohnt sich, Kermit bestätigt das
Kermit-FaktorSehr hoch. Geländer, Panorama, Fensterbank — Kermit war überall dabei.

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