Samos 2016: Eine Woche Strand & Fußball-EM für 443 Euro

Kiesstrand Marathokampos Samos mit Himmelbett, Sonnenschirmen und Segelboot

Samos 2016. Mein zweiter Griechenland-Urlaub — und einer, der bis heute in guter Erinnerung geblieben ist. Nicht wegen großer Abenteuer oder aufwändiger Ausflüge, sondern wegen genau des Gegenteils: eine Woche Strand, Sonne, Amstel und Fußball-EM. Für gerade mal 443 Euro. Der Süden der Insel, die Bucht von Marathokampos, ein kleines Hotel direkt am Meer. Klingt nach wenig. War aber eine Menge.

Tag 1 — Anreise: 05:50 Uhr ab München

Frühaufsteher waren wir schon immer gezwungenermaßen. 05:50 Uhr ab München, Air Berlin Flug AB* 3852 — wer solche Abflugzeiten bucht, hat entweder keine Wahl oder liebt den Schmerz. Beides trifft zu. Knapp drei Stunden Flug bis Samos, dann nochmal rund eine Stunde mit dem Shuttle-Bus durch die Insel bis nach Kampos Marathokampou im Südwesten. Die Straßen werden enger, die Berge größer, das Meer immer blauer. Irgendwann hört man auf, auf die Uhr zu schauen.

Das Votsalakia Hotel liegt praktisch am Strand. Eingecheckt, Koffer abgestellt, kurz durchgeatmet — und dann direkt rüber ins Restaurant Votsalakia nebenan. Gemütliche Atmosphäre, nettes Personal, kurze Wege. Genau das, was man nach einem langen Reisetag braucht. Keine großen Pläne für den Abend. Essen, ankommen, fertig.

🏨 Votsalakia Hotel
Kampos Marathokampou · Samos, Griechenland
📍Google Maps
🍽️ Restaurant Votsalakia
Kampos Marathokampou · Samos, Griechenland
📍Google Maps

Tag 2 — Sonnenuntergang und Fußball-EM

Standurlaub. Das Wort klingt für manche nach Niederlage. Für mich nach Strategie. Kein vollgepacktes Programm, keine Pflichtbesichtigungen, keine Bustouren in die Hitze. Stattdessen: Strand, Meer, irgendwann Essen, abends Fußball. Die Europameisterschaft 2016 lief auf vollen Touren — und das Restaurant Votsalakia wurde zum zweiten Wohnzimmer.

Aber bevor es zum Fußball ging, gab es noch diesen Moment. Die Sonne verschwand hinter den Bergen über der Bucht von Marathokampos, zwei kleine Boote schaukelten im goldenen Licht auf dem ruhigen Wasser, und ich stand am Strand und dachte: Das ist eigentlich schon alles. Mehr braucht es wirklich nicht.


Tag 3 — Wie ein König am Kiesstrand

Der Strand von Marathokampos ist ein Kiesstrand. Das sage ich gleich ehrlich. Wer auf weichen Sandstrand steht, wird hier kurz schlucken. Die Füße merken jeden Stein. Aber dann — dann hat man sein Strandbed. Mit weißen Vorhängen. Ein Himmelbett direkt am Meer. Jeden Tag. Ich sage euch: Man gewöhnt sich daran, wie ein König zu liegen. Sehr schnell sogar.

Nachmittags bei der Ostria Taverna direkt am Strand — Strandbetten, Schirme, Meerblick, und ein Segelboot, das gemächlich am Horizont vorbeizieht. Im Hintergrund die türkische Küste als blaugraue Silhouette. Das Meer so blau, dass man daran zweifelt, ob das wirklich echt ist.

🍽️ Ostria Taverna
Paralia Votsalakia · Kampos Marathokampou, Samos
📍Google Maps

Restaurant am Strand mit Strandbetten direkt daneben — kurze Wege zwischen Essen und Nichtstun. Das nenne ich durchdachte Urlaubslogistik.


Tag 4 — Amstel, Nachmittag, Votsalakia Beach

Es gibt Tage im Urlaub, an denen passiert nichts Nennenswertes. Man liegt. Man schwimmt. Man liegt wieder. Irgendwann hat man Durst. Das war Tag 4 am Paralia Votsalakia.

Zwei Amstel, eiskalt, im Schatten eines Sonnenschirms, auf einem Tisch mit aufgedruckter Samos-Karte als Tischdecke. Das Heineken-Glas dazu — weil man in Griechenland Amstel aus Heineken-Gläsern trinkt und sich dabei keiner was dabei denkt. Getrunken haben wir natürlich immer genug. Das gehört dazu. Kein schlechtes Gewissen, nur kaltes Bier und warme Luft.


Tag 5 — Corali, weiße Stühle, blaues Meer

Manchmal muss man nicht weit laufen für das beste Mittagessen der Woche. Das Corali Restaurant liegt direkt am Strand — weiße Tische, blaue Stühle mit geflochtenen Sitzen, Strohschirme, und davor einfach das Meer. Kein Witz, kein Filter, kein Instagram-Trick nötig. So sieht das aus.

Man setzt sich. Man schaut aufs Wasser. Irgendwo zieht ein Segelboot vorbei. Die Wellen machen ihr Ding. Die Kellnerin bringt irgendetwas Gegrilltes. Es ist heiß, aber im Schatten gut auszuhalten. Das ist griechisches Strandrestaurant in Reinform — einfach schön, ohne Aufwand.

🍽️ Corali Restaurant-Beach Samos
Paralia Votsalakia · Kampos Marathokampou, Samos
📍Google Maps

Einfach direkt am Strand sitzen und dem Meer zuschauen. Das Corali macht genau das möglich — und mehr braucht ein Strandrestaurant auf Samos eigentlich nicht zu bieten.


Tag 6 — Ouzo vor dem Frühstück

Es gibt Urlaubsrituale, die man besser nicht zuhause einführt. Einen Ouzo vor dem Frühstück zum Beispiel. Auf der Terrasse, Blick auf die Ziegeldächer, irgendwo läutet eine Glocke, die Sonne steht schon hoch. Eine Flasche Anizeskos, zwei Gläser, zwei runde Eiswürfel darin — das klare Weiß des Ouzo, der beim Kontakt mit dem Eis milchig wird.

Man sagt sich: Das ist Urlaub. Das ist Griechenland. Das ist vollkommen normal hier. Und dann ist der Tag tatsächlich deutlich entspannter. Ob das am Ouzo liegt oder einfach an Samos — keine Ahnung. Wahrscheinlich beides.


Tag 7 — Strand, Sonne, Bier. Fertig.

Manche Tage brauchen keine lange Beschreibung. Strand gelegen. Sonne getankt. Bier getrunken. Abends wieder rüber ins Restaurant Votsalakia, Fußball geschaut, gegessen, gezahlt, schlafen gegangen. Vorletzter Tag. Man fängt langsam an, Dinge zu zählen. Wie viele Abende noch. Wie viele Biere noch. Wie viele Sonnenuntergänge noch. Es ist immer einer zu wenig.


Tag 8 — Rückflug: Kapuze drüber, Augen zu

10:15 Uhr ab Samos, 11:55 Uhr München. Air Berlin AB* 3853. Früh aufgestanden, Koffer gepackt, nochmal kurz aufs Meer geschaut. Dann Shuttle, Flughafen, Gate, Flieger.

Meine Taktik im Rückflug ist bewährt: Nackenkissen, Kapuze des Hoodies über den Kopf, Augen zu. Wer schläft, kommt nicht an. Solange man die Augen nicht aufmacht, ist man noch auf Samos. Halbwegs. Das Foto beweist: Es hat geklappt. Mehr oder weniger.

Dann München. Gepäckband. Autobahn. Alltag. Aber irgendwie kommt man mit einem leichten Lächeln zurück, wenn man eine Woche für 443 Euro auf einer griechischen Insel war. Das nagt nicht.


443 Euro für eine Woche Samos. Kiesstrand, Himmelbett, Amstel, Ouzo, Fußball-EM und Sonnenuntergänge über der Bucht. Manchmal ist Urlaub ganz einfach — man muss nur hinfahren.


zuletzt Aktualisiert:


Schreibe einen Kommentar