Philippinen Teil 1F – Big Dream Boatman, Coron & der Express nach Mordor

Es gibt Momente auf Reisen, bei denen man weiß: das wird wehtun — und man tut es trotzdem. Die Big Dream Boatman Island Hopping Expedition von El Nido nach Coron ist so ein Moment. Zwei Tage auf dem Wasser, mehrere Inseln, Übernachtung dazwischen. Plätze heiß begehrt, bei Storno kein Geld zurück. Ich war noch angeschlagen. Kermit sagte nichts. Aber seine Blicke sagten alles.

Backen zusammenkneifen. Los geht’s.

Tag 1 — Raus aus El Nido, rein ins Blau

Das Boot legt früh ab. Groß, stabil, blau-weiß — auf dem Oberdeck schon eine bunte Truppe aus Backpackern und Pärchen. Die Gesellschaft ist klasse. Alle mehr oder weniger salzig, alle mit demselben leuchtenden Blick beim Anblick von Palawan vom Wasser aus.

Die Küste Palawans vom Wasser aus — senkrechte Kalksteinfelsen, die direkt aus dem Meer wachsen, Dschungel bis zur Wasserlinie. Und dazwischen türkisfarbene Buchten, die man eigentlich für Screensaver-Erfindungen hält. Kermit genoss es sichtlich besser als ich.

Einer der Stopps führte zu einem Holzsteg, der sich entlang einer senkrechten Kalksteinwand windet — smaragdgrünes Wasser darunter, Boote die mit präzisen Handzeichen manövriert werden. Der lokale Bootsmann mit Hut: die Lässigkeit von jemandem, der das tausendmal gemacht hat und es immer noch liebt.

Oberdeck-Gesellschaft

Zwischen den Stopps: Oberdeck. Alle auf den schwarzen Matten, Fahrtwind trocknet das Salzwasser auf der Haut, irgendwer hat Snacks. Als die anderen mitkriegten, dass ich noch halbwegs flach war, gab es kollektives Mitgefühl und diverse Remedien aus verschiedenen Rucksäcken. Reisende sind eine solidarische Spezies.

Übernachtung — Nipa-Hütten und ein Sonnenuntergang

Die Übernachtung auf einer der Inseln. Einfache Nipa-Hütten, Sand vor der Tür. Man braucht keinen Pool auf dem Zimmer, wenn das Zimmer sechs Meter vom Meer entfernt steht. Und dann der Abend.

Manchmal genügt ein Moment. Kermit weiß das.

Tag 2 — Inseln, Morgenrot und ein Strandklo mit Spiegel

Der zweite Tag beginnt mit der nächsten Insel am Horizont. Eine Frau sitzt auf dem Bug, schaut raus — so sieht Vorfreude aus. Das Frühstück war einfach, der Kaffee stark. Und das Badezimmer der Anlage war das Ehrlichste auf dieser ganzen Reise.

Betonwände, offenes Dach, Toilette, Waschbecken, blauer Wasserschlauch. Und ein kleiner Spiegel, in dem man sich kurz selbst ansieht und denkt: Okay. Du bist hier. Das ist real.

Einer der Strände des zweiten Tages: Palmen, Kiesel, türkises Wasser. Keine Menschen außer der eigenen Gruppe. Das Boot in der Ferne war an diesem Tag unser Zuhause.

Coron — Ankunft und das Fieber meldet sich zurück

In Coron angekommen — und der Körper beschließt, jetzt die Rechnung zu präsentieren. Hohes Fieber. Schüttelfrost. Das Zimmer mit Blick auf den Hafen war eigentlich schön. Selbst mit 39,5 Grad ist das eine gute Aussicht. Aber es reichte irgendwann: ab ins Krankenhaus.

Das Coron District Hospital ist ein Bezirkskrankenhaus auf einer Insel im südchinesischen Meer — einfache Einrichtung, aber die Menschen dort machen ihren Job. IV-Zugang, Blutabnahme, Antibiotika. Nach ein paar Stunden: besser. Nicht gut, aber gut genug für den nächsten Morgen.

IV-Zugang gesetzt, Antibiotika läuft. Ich saß im Stuhl und dachte: Das also ist der Preis für irgendetwas, das ich irgendwo getrunken habe. Man weiß es nie genau. Reiseapotheke. Immer. Ernst gemeint.

Coron → Manila — Flug mit Taifun-Bonus

Cebu Pacific. Propellermaschine. Kleiner Flughafen. Und irgendwo am Horizont: ein Taifun. Der Flug geht durch — turbulent, laut, aber er geht durch. Man schaut aus dem Fenster und fragt sich, ob das schon der Taifun ist oder noch normales Palawan-Wetter. Der Unterschied ist fließend.

Warten in Mordor

Manila Ninoy Aquino International Airport. Auch bekannt als: Mordor. Zwischen Inlandsflug und Weiterflug: Boden, Rucksack als Rückenlehne, Kermit schaut aus dem Seitenfach. Drei Wochen Philippinen. Krank geworden, im Krankenhaus gewesen, den schönsten Sonnenuntergang gesehen. Das reicht.

Check-in Schalter A09, Bag Drop für Vietnam. Eine Frau mit Rucksack vor mir. Dahinter: Dutzende Menschen, alle irgendwohin. Manila als Drehscheibe der südostasiatischen Welt. Das Gepäck geht. Das Boarding kommt. Das nächste Kapitel beginnt.

Die Philippinen sind kompliziert: laut, manchmal überwältigend, gelegentlich krank machend. Aber sie sind auch das Blau von Palawan, der Sonnenuntergang über den Inseln, die Wärme der Menschen auf dem Boot, die einem Elektrolyt-Tabletten in die Hand drücken. Das reicht. Das mehr als reicht.

Love the Philippines. Nächstes Mal — mit versiegelten Wasserflaschen und einer gut gefüllten Reiseapotheke.


Weiter geht’s in Teil 2: Vietnam — Hanoi, Halong Bay, und ein Land, das direkt nach der Landung zeigt, was es kann.


Trip-Infos: Big Dream Boatman & Coron

TourBig Dream Boatman — Island Hopping Expedition El Nido → Coron
Dauer2 Tage / 1 Nacht
Stornobedingungen⚠️ Kein Geld zurück — Plätze sehr begehrt, früh buchen
EmpfehlungUnbedingt — auch wenn man kränkelt. Mitmachen.
ÜbernachtungEinfache Nipa-Hütten am Strand — kein Luxus, genau richtig
Coron KrankenhausCoron District Hospital, Coron, Palawan — Emergency 24h
Rückflug Coron → ManilaCebu Pacific ATR-Turboprop — Taifun im Hintergrund, Flug geht durch
WeiterreiseManila (Mordor) → Vietnam, Cebu Pacific, Terminal 3
Gesundheitshinweis⚠️ Reiseapotheke mitnehmen. Antibiotika auf Vorrat. Nur versiegeltes Wasser. Ernst gemeint.


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