Neues Fahrrad. Sonnenschein. Und ein Po, der noch nicht weiß, was ihm bevorsteht. So beginnt meine erste richtige Ausfahrt mit dem neuen Rad — Ziel: Schliersee. Von München aus, 57,5 Kilometer, 400 Höhenmeter bergauf. Klingt machbar. Ist machbar. Tut aber am Ende trotzdem weh.
Ab München-Oslostraße geht es los, Richtung Süden, raus aus der Stadt, rein ins Grüne. Mit dem Rad direkt vom Startpunkt — keine Bahn, kein Auto, einfach draufsetzen und treten. Zurück dann bequem mit der S-Bahn. So mag ich das.
Spiralschacht Thalham: Kunstpause an der Mangfall
Kurz nach halb acht, die Beine noch frisch, der Kaffee-Pegel im Keller — da taucht er auf: der Spiralschacht Thalham. Eine riesige Stahlskulptur mit geschwungenen Ringen, die da mitten im Grünen steht, als hätte jemand ein Industriekunstwerk im Wald vergessen. Trinkwasser gibt es hier, Sitzmöglichkeiten auch. Ideal für eine erste Pause auf dem Weg Richtung Schliersee.
Direkt daneben fließt die Mangfall — kristallklar, ruhig, mit sattem Grün an den Ufern. Man stellt das Rad ab, schaut kurz aufs Wasser und fragt sich, warum man nicht öfter so früh aufsteht. Die Antwort kennt jeder, aber hier am Fluss fühlt sie sich falsch an.


Das Wasser der Mangfall ist so klar, dass man glatt reinfallen möchte — ich sage glatt, meine aber fast wörtlich, denn das Ufer ist rutschig. Ich bleibe trocken. Das Rad auch. Erster Erfolg des Tages.
Die Skulptur selbst ist beeindruckend. Große rostige Stahlringe, die sich spiralförmig über den gepflasterten Platz erstrecken, in der Mitte ein polierter Zeiger wie bei einer überdimensionalen Sonnenuhr. Wald ringsum, kein Lärm, keine Menschenmassen. Nur ich, das neue Rad und das leise Rauschen der Mangfall. So muss das sein.

Schliersee: Angekommen. Po kaputt. Aussicht top.
Knapp über zwei Stunden Fahrt, 57,5 Kilometer, und dann: der Schliersee. Der See liegt ruhig da, die Berge spiegeln sich im Wasser, rundherum sattgrüne Hänge. Das Wetter hat noch mitgespielt — blauer Himmel mit ersten Schleierwolken, warm, kein Wind. Touristen gibt es, klar, aber an einem Samstag am Schliersee erwartet man das gar nicht anders.

Das Ufer des Schliersees ist gepflegt und gut zu belaufen — eine breite Promenade, Bänke, Blick auf die sanft bewaldeten Berge gegenüber. Der See selbst ist tiefblau-grün, die Hügel dahinter stufen sich wie ein gut komponiertes Panoramafoto auf. Ich stehe da, schaue drauf, und mein Po meldet sich kurz zu Wort. Ich ignoriere ihn.
Am Ufer blühen violette Allium-Kugeln in voller Pracht — die Art von Blume, für die man eigentlich kein Talent braucht, um ein gutes Foto zu machen. Dahinter das Rad, dahinter der See, dahinter die Berge. Manchmal fügt sich alles einfach zusammen. Zurück nach München geht es dann entspannt mit der Bahn — das Rad darf mit, der Po auch.

Die Route — Komoot
57,5 Kilometer, 400 Höhenmeter bergauf, Durchschnitt 20,2 km/h — hier die vollständige Route zum Nachfahren:
Neues Rad, neuer Schmerz, neue Lieblingsroute. Der Schliersee verzeiht einem jeden Po-Protest — einfach weil er so verdammt schön ist.
📍 Schliersee · 🚲 Radtour ab München-Oslostraße · ⏱ ca. 2:50 h Fahrzeit · 🎯 Highlights: Spiralschacht Thalham, Mangfall, Schliersee-Promenade, Bergpanorama




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